Eisenach (Deutschland)

Standort:

Eisenach (Thüringen) (seit 1990)

Adresse: 

Adam-Opel-Straße 100
D-99817 Eisenach

Aktuelles Produktionsprogramm

Grandland X
(ab August 2019)

Ehemaliges Produktionsprogramm

 Astra F (bis 2001)
Astra G (bis 2001)
Corsa B, Corsa C, Corsa D
Corsa E (bis Mai 2019)
Adam A (bis Mai 2019)

Gesamtfläche

Gesamt: 713.000 Quadratmeter
Rohbau: 19.515 Quadratmeter·
Lackiererei: 45.382 Quadratmeter·
Fertig-/ Endmontage: 43.988 Quadratmeter

Jahreskapazität

190.000 Fahrzeuge
bei 3-Schicht-Betrieb

Mitarbeiter:

1.350 (vorr. ab 2020)
1.400 (Stand 2019)
1.790 (Stand 2018)
1.850 (Stand 2016)


Historie:

Kurz nach der Öffnung der deutsch-deutschen Grenze entschied sich die Opel AG für den Automobilstandort Eisenach in Thüringen. Statt „Wartburg“ wurde im ehemaligen Automobilwerk Eisenach (AWE) bereits am 5. Oktober 1990 der erste Vectra A zusammengebaut. Am 7. Februar 1991 folgte der Grundstein zum Bau des neuen Opel-Werks in Eisenach. Umfangreiche Schulungsmaßnahmen im Opel-eigenen Bildungswerk Eisenach bereiteten in der Übergangsphase viele Mitarbeiter der AWE auf ihre neuen Aufgaben vor. Am 23. September 1992 wurde das Werk mit der Herstellung des Astra F eröffnet. Zukunftsweisend waren die schlanken Fertigungsmethoden. Ein Jahr später kam der Corsa B hinzu, auf den sich das Werk ab 1995 wegen der starken Nachfrage konzentrierte.

Für zusätzliche Beschäftigung sorgte in den Jahren 1998-2000 die temporäre Fertigung des Astra G, während bald mit einem Corsa Edition 100 die erste Million „Opel aus Eisenach“ überschritten wurde.

Das Werk trug einen großen Anteil am wirtschaftlichen Aufschwung in der Region Thüringen bei. Rund 3.500 Arbeitsplätze entstanden allein bei der Zulieferindustrie sowie bei Dienstleistern. Aber auch vor dem Hintergrund seiner erfolgreichen Entwicklung ist Eisenach heute hinsichtlich Umweltverträglichkeit, Fertigungstechnologie und Produktionssystem eines der modernsten Automobilwerke der Welt. Mit seinem Produktionssystem stand das Werk Pate für den Aufbau neuer Werke innerhalb des GM Konzerns, etwa für die Produktionsstätten Rosario (Argentinien), Rayong (Thailand), Gliwice (Polen) oder Rüsselsheim.

Als im Jahr 2001 die unterbrochene Produktion des Astra wieder anlief, konnten zusammen mit dem Opel Corsa Fünf- und Dreitürer drei Karosserievarianten auf einer Linie gefertigt werden. Zum 10. Jahrestag des Werkes Eisenach und rechtzeitig zum 20. Geburtstag des Opel Corsa, kam das von den Mitarbeitern gestaltete Sondermodell Corsa C Black & Silver auf den Markt. Mit der ebenfalls in Eisenach entwickelten Sondermodellreihe Corsa C Blue & Silver zählte die Statistik im Jahr 2003 zugleich den 1,5 Millionsten Opel aus Eisenach. Im Dezember 2004 folgte das 1,75 Millionste Fahrzeug „made in Eisenach“, diesmal ein magmaroter Corsa C GSi.

Das Jahr 2005 stand mit umfangreichen Neu- und Umbaumaßnahmen ganz im Zeichen der Vorbereitungen auf das neue Corsa D Modell, dessen Produktionsstart im August 2006 erfolgte. Da die Corsa Fertigung auch im Spanischen Werk Zaragoza erfolgt, teilt man heute wie früher die Produktion entsprechend der Modelle und der aktuellen Auslastung auf. In Eisenach werden nur die 3-türer Modelle hergestellt, in Spanien beide Varianten.
Im September 2010 fällt die Entscheidung, auch die nächste Corsa Generation, den Corsa E, in Eisenach zu produzieren.
In den Werksferien 2011 investierte man 190 Millionen € in neue Maschinen und Werkzeuge. Bis Ende 2012 wurde das Werk komplett erweitert, um den ADAM (Projektname „Junior“) rechtzeitig zum Verkaufsstart Anfang 2013 fertigen zu können. Die Fahrzeuggeometrie des Adam erforderte den Umbau aller Fertigungseinrichtungen im Rohbau. Die Decklacklinie wurde von der manuellen Fertigung auf Roboterlackierung umgebaut. Somit war nun ein optimaler und ökonomischer Farbauftrag bei den unterschiedlichen Karosserieformen möglich. Unter modernster Roboter-Applikationstechnik werden die Fahrzeuge schneller und vor allem qualitativ noch hochwertiger lackiert, welches man mit dem drei Millionsten Auto am 23. April 2014 unter Beweis stellte. Im Beisein zahlreicher Gäste rollte pünktlich um 11.30 Uhr ein weißer ADAM mit ardenblauem Dach vom Band.

Nach zweieinhalbjähriger Phase mit nur zwei Schichten arbeitet das Werk seit Juli 2015 wieder im Drei-Schicht-Betrieb. Für „ein Umdenken“ sorgt ab dem 1.September 2015 auch der jüngste Werksleiter bei Opel. Der 33 Jahre alte Belgier Pieter Ruts hatte eine andere Sichtweise auf manche Dinge. Verbunden mit einer Aufbruchsstimmung für neue innovative Ansätze blickten damals die rund 1.850 Mitarbeiter bei der Opel GmbH in Eisenach hoffnungsvoll in die Zukunft. Ab dem 01. Januar 2018 löst Fernando Andreu (ehemaliger Werk Leiter in Zaragoza) ab. Ab Mai 2019 muss die Corsa und Adam Produktion aus Eisenach weichen. Rund 2,9 Mio Corsa wurde seit 1993 hier gebaut, dazu 315.000 Adam Modelle seit Januar 2013. Die letzten Corsa E Modelle sowie der neue Corsa F wird nach Spanien verlagert, der Adam wird eingestellt. In der dreimonatige Umbauzeit werden in einer Kurzarbeitsphase die Mitarbeiter geschult, um ab August 2019 den Grandland X in Thüringen zu fertigen. Er wurde bisher bei PSA in Sochaux gefertigt. Dabei entfallen 450 der 1800 Arbeitsplätze. Leider verlief der Anlauf nicht so wie geplant. Für die 20 Jahre alten Maschinen und IT wurde zu wenig investiert. Statt wie geplant 220 Autos je Schicht zu produzieren, liefen nur 80-90 Fahrzeuge vom Band. Mit Nachbesserungen versucht man die Produktion hochzufahren. Bis dahin werden in Sochaux weiterhin Fahrzeuge parallel produziert.

Historie des Werkes Eisenach:

  • 2019: Produktionsstart des Opel Grandland X
  • 2017: 25 Jahr Feier des Werkes Eisenach
  • 2014: Produktionsstart des Opel Corsa E
  • 2014: Produktionsmeilenstein: Das 3 Millionste Fahrzeug “Made in Eisenach” verlässt das Werk
  • 2013: Produktionsstart des Opel ADAM
  • 2010: Produktionsmeilenstein: Das 2,5 Millionste Fahrzeug “Made in Eisenach” verlässt das Werk
  • 2008: Fertigung des 10 Millionsten Corsa
  • 2006: Produktionsstart des Opel Corsa D
  • 2002: 10 Jahr Feier des Werkes Eisenach
  • 2000: Produktionsstart des Opel Corsa C
  • 1999: Produktionsmeilenstein: Das 1 Millionste Fahrzeug “Made in Eisenach” verlässt das Werk
  • 1998: USA-President Bill Clinton und Kanzler Helmut Kohl besuchen das Werk
  • 1999: Produktionsmeilenstein: Das 750.000 Fahrzeug “Made in Eisenach” verlässt das Werk
  • 1998: Produktionsstart des Opel Astra G
  • 1995: Produktionsmeilenstein: Das 250.000 Fahrzeug “Made in Eisenach” verlässt das Werk
  • 1994: Produktionsmeilenstein: Das 100.000 Fahrzeug “Made in Eisenach” verlässt das Werk
  • 1993: Produktionsstart des ersten Opel Corsa B “Made in Germany”
  • 1992: Kanzler Helmut Kohl ist anwesend, als der erste Opel Astra das neue Fertigungsband verlässt
  • 1991: Grundsteinlegung für das neue Opel Werk Eisenach
  • 1990: Der erste Vectra “Made in Eisenach” wird produziert in Kooperation mit AWE
  • 1990: Gründung der Opel-AWE-Planungs GmbH, eine Zusammenarbeit zwischen dem Automobilwerk Eisenach (AWE) und der Adam Opel AG