Rüsselsheim (Deutschland)

Standort:

Rüsselsheim (Hessen) (seit 1862)

Aktuelles Produktionsprogramm

Insignia B Grand Sport
Insignia B Sports Tourer
Insignia B Country Tourer
Holden Insignia VXR

Getriebe- und Komponenten
 (alle Stand 2019)

Ehemaliges Produktionsprogramm

Senator + Monza
Vectra A + B 
Vectra C (2002-2008)
Signum (2002-2008)
Omega (bis 2003)
Insignia A (ab 2008-2017)
Astra J 5-türig (2011-2015)
Buick Regal (2017-2019)
Zafira C Tourer (2015-2019)

Gesamtfläche

Gesamt: 1.154.750 Quadratmeter
Produktion: ca. 250.000 Quardratmeter

Jahreskapazität

180.000 Fahrzeuge
(Drei-Schicht-Betrieb)
120.000 Fahrzeuge
(Ein-Schicht-Betrieb)

Mitarbeiter:

Gesamt 14.180 (Stand 2018)
davon Werk: 2.600

Gesamt: 15.040
davon Werk: 4.060
davon Entwicklungszentrum: 7.690
(alle Stand 2016)


Zentrale und Stammsitz/-werk der Opel Automobile GmbH

Historie:

Hier begann Adam Opel im Jahre 1862 mit der Montage und dem Verkauf der ersten Nähmaschinen. Das „Werk“ war ein Raum in einem ehemaligen Kuhstall seines Onkels, zugleich auch der Grundstein für einen schnell wachsenden Betrieb. An einem neuen Standort neben der Bahnstrecke entstand die Nähmaschinenfabrik, die ab 1887 auch die industrielle Fertigung von Fahrrädern ermöglichte. Schon 1899 erfolgte mit dem Bau des Patent Motorwagens „System Lutzmann“ der Einstieg in die Automobilproduktion. Mit Hilfe von Alexandre Darracq waren die Opel Techniker alsbald souverän und präsentierten 1902 ihr erstes Fahrzeug aus eigener Entwicklung, den Opel-Motorwagen 10/12 PS. Es folgten viele Erfolgsmodelle wie der 4/8 PS “Doktorwagen” von 1909 und der Opel 4/12 PS von 1924, besser bekannt als „Laubfrosch“. Er wurde der erste deutsche Wagen in kostensenkender Fließbandfertigung. 1935 setzte Opel mit dem Typ Olympia wieder einen Meilenstein in der Automobilentwicklung. Der kleine Olympia wurde der erste deutsche Serienwagen mit einer selbsttragenden Ganzstahl-Karosserie und damit der Urvater aller späteren Entwicklungen zur Unfallsicherheit. Auch in der Fertigung am laufenden Band setzte Opel mit dem Olympia prägende Akzente, die heute in der Automobilproduktion Standard sind: das Zusammenführen der Produktionsbänder von Karosserie und Antriebsaggregaten zur sogenannten „Hochzeit“. Bald war Opel der führende Hersteller in Europa und der erste, der im Jahre 1940 das millionste Fahrzeug ausrollen ließ. Schon 1956 folgte die zweite Million. Die Rüsselsheimer Werker schmückten einen Opel Kapitän mit goldenen Zierteilen. Für die weiter expandierende Produktion von Rekord und K-A-D wurde es im Rüsselsheimer Werk zu eng, sodass ab 1962 die kleineren Modelle aus dem neuen Werk Bochum und wegen anhaltender Nachfrage auch aus Antwerpen kamen. Beide Standorte sind heute nicht mehr vorhanden.

Einen gewaltigen Innovationsschub erlebte der Opel-Standort Rüsselsheim  im Jahre 1981 mit einer neuen Lackiererei, in der als erstes Automobilunternehmen wasserlösliche Lacke eingesetzt wurden. Mitte der 1980er Jahre folgte ein umfangreiches Modernisierungsprogramm mit Robotern, Modultechnik sowie der Einführung von Gruppenarbeit. Von den Produktionsbändern liefen seinerzeit Modelle wie Senator oder Monza, der Omega und die ersten beiden Serien des Vectra.

Mit der Eröffnung des neu errichteten Werkes im Januar 2002 entstand das modernste Automobilwerk der Welt. Mit einer Gesamtinvestition von 750 Millionen € und unter einer neuartigen Computer-Simulation wurde eine exakte Vorausplanung der Fertigungsabläufe und des Materialflusses sowie die Entwicklung höchster ergonomischer Standards ermöglicht. Durch die Form eines Sternes konnten so z.B. viele Zulieferanten per LKW die Zulieferteile direkt an die Produktionslinien „Just in Time“ anliefern. Hierdurch entfielen Zwischenlagerplätze sowie Transportfahrten innerhalb des Werkes. Der neue Opel Vectra C wurde gefertigt, im Jahr 2003 kam der Signum hinzu. Das neue Werk setzte Maßstäbe bei Produktivität, Qualität, Flexibilität und Ergonomie. Seit Oktober 2008 läuft in Rüsselsheim der Insignia in allen Varianten vom Band, auch für Vauxhall und Holden. 2010 wurde mit einem silbernen Insingia der 16-millionste Opel aus Rüsselsheim hergestellt.
 
Auch das baute Rüsselsheim: Nach dem Cadillac Catera, ein angepasster Omega MV6, folgte 2010 für zwei Jahre der Buick Regal für den nordamerikanischen Markt. Mit Beginn des Modelljahres 2012 erweiterte man die Produktionslinien zusätzlich um den 5-türigen Astra J. Mit einem Investitionsbudget von ca. 51 Millionen €, davon allein 36 Millionen € in das Karosseriewerk, ist Rüsselsheim damit bis heute das einzige Opel-Werk, das zwei Modellreihen aus zwei verschiedenen Segmenten - gehobene Mittelklasse und Kompaktklasse - auf einer Linie baute. Nach der Schließung des Bochumer Werkes im Dezember 2014 übernahm Rüsselsheim die Produktion des Zafira Tourer. Den Astra verlagerte man nach England und Polen. Große Investitionen sollen in Rüsselsheim folgen. So kündigte GM Chefin Mary Barra auf der IAA 2015 an, dass bis Ende 2020 ein komplett neuer SUV in der südhessischen Region gefertigt und das Werk weiter modernisiert werden soll.
Nach der Übernahme durch PSA kam es mit den Arbeitnehmervertretern zu intensiven Gesprächen. Opel erhielt bis 2023 eine Beschäftigungssicherung, so das Werke nicht geschlossen werden dürfen. Dennoch nahmen viele Beschäftigte mit teilweise hohen Abfindungen einvernehmliche Aufhebungsverträge an und verließen Opel. Mit der Übernahme von PSA wurde die "Just-in-Time" Systematik für die auch als "Leanfield" genannte Fertig- und Endmontage in der Halle K170 wieder eingestellt. Die Teile werden wieder in einer Nebenhalle auf Wagen vorbereitetet und an die Arbeitsstation gefahren. Nur große Teile wie Reifen oder Sitze werden noch direkt an die jeweilige Arbeitsstation angeliefert.  

Durch die Einstellung des Opel Zafira Tourer bliebt nach den Werksferien im Sommer 2019 nur noch die Fertigung des Insignia B mit dem Derivat des Holden Commodore. Der Buick Regal wurde bereits aus der Produktionslinie ausgeschleust. Die Kapazitäten des Werkes wurden aber in keiner Weise ausgereizt. Rein theoretisch hätte man auf einen Ein-Schicht-Betrieb wechseln können, diese wurde aber nicht umgesetzt. Fertige man in 2018 noch rund 123.000 Fahrzeuge, so ergab die Planung für 2019 nur noch 68.000 Fahrzeuge. Die Taktzeit wurde extrem nach unten korrigiert. Doch dies reichte nicht aus. Durch die schwache Nachfrage des Insignia B musste im Oktober 2019 die Spätschicht gestrichen werden. Für zunächst sechs Monate wurden die 2.600 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Die Prognose für 2020 betrug nur noch 42.000 Fahrzeuge. Erst in 2021 soll die Verlagerung des Astra von Gliwice nach Rüsselsheim zusätzliche Auslastung bringen.  

Über die Fahrzeugproduktion hinaus entstehen heute in Rüsselsheim Achsen, Komponenten und F40-Getriebe.

Seit Anfang Januar 2017 werden im K40 nach mehr als zwei Jahrzehnten auch wieder Ersatzteile am Stammsitz produziert. Nachdem die Serienproduktion des Meriva im Frühjahr 2016 in Saragossa auslief, wurden die Werkzeuge für Kundendienstteile wie z.B. Türen im Nordosten Spaniens abgebaut und nach Rüsselsheim gebracht. Auch für den Insignia A werden hier Komponenten produziert, die anschließend in das Warenverteilzentrum von Opel in Bochum oder teilweise auch direkt in andere europäische Lager versendet werden.

Ebenfalls am Standort Rüsselsheim befindet sich das Internationale Technische Entwicklungszentrum (ITEZ) sowie das GME Design Center. 7.350 Mitarbeiter sind verantwortlich für Entwicklung und Design von Fahrzeugen der Marken Opel und Vauxhall. Darüber hinaus konzipiert das ITEZ neue Fertigungsanlagen für die weltweite GM-Automobilproduktion. Für die Zukunft investiert man elf Millionen € um im erweiterten Design-Center ab Sommer 2017 mit hochmodernen Anlagen verschiedenste Technologien und Techniken zu vergleichen und somit schnellere Entscheidungen zu treffen.

Die Entwicklung und Fertigung von Motoren und Getrieben liegt seit Anfang 2001 in den Händen der GM Powertrain. Anfang 2016 wurden die in Rüsselheim und Turin ansässigen Entwicklungszentren in GM Global Propulsion Systems – Engineering Center umbenannt. Im Entwicklungs-, Innovations- und Testzentrum entstehen dort die Aggregate für die Zukunft. Fast die Hälfte der rund 2.000 Mitarbeiter in Rüsselsheim beschäftigen sich mit der Entwicklung alternativer und elektrischer Antriebe.
Auf mehr als 20 hochmodernen Prüfständen laufen umfangreiche Motoren- und Getriebetests. So wurde hier zum Beispiel das neue Sechsgang-Schaltgetriebe entwickelt. Im Mai 2015 feierte man Richtfest für das neue Motoren-Entwicklungszentrum, in dem ab 2017 dann auf 43 Prüfständen neue sparsame Motoren zur Marktreife vorbereitet werden können.

Die mehrheitliche Opel-Tochter Opel Special Vehicles GmbH (OSV), seit 2000 in Rüsselsheim angesiedelt, ist zuständig für Sonderfahrzeuge. Egal ob Erdgas, Behördenfahrzeuge, Taxi- und Fahrschulumbauten oder Kleinserien und spezielle Anfertigungen. So wird nach Kundenwunsch das zuvor am Band produzierte Fahrzeug fertig gestellt oder verändert.  Gemeinsam mit dem ITEZ entwickelte OSV auch das umweltfreundliche und wirtschaftliche CNG-Antriebskonzept auf Erdgas-Basis (Compressed Natural Gas), das erstmals beim Opel Zafira 1.6 CNG angeboten wurde. OSV übernimmt aber auch spezielle Ein- oder Umbauten, die den Takt am laufenden Band stören würden.

Historic highlights of the plant include:

  • 1862: after years of employment as a journeyman metalworker, Adam Opel goes into business in his hometown of Rüsselsheim: he builds his first sewing machine, laying the foundation for the Opel company.
  • 1863: the company expands, and Adam Opel hires his first employee, taking on his first apprentice two years later.
  • 1886: Opel converts to bicycle production.
  • 1899: “Opel Patent Motor Car, System Lutzmann” is the name given to the first Opel automobile. It marks the beginning of automobile production in Rüsselsheim, and forms the basis for building the first utility vehicles. Within the year, the company makes its international motor sport début.
  • 1902: the first Darracq chassis are outfitted with Opel bodies in Rüsselsheim. The vehicles are marketed under the brand name Opel Darracq. The first model built entirely by Opel, with a newly developed 10/12 hp, two-cylinder engine, is completed in fall of the same year.
  • 1909: Opel introduces an affordable compact car. The 4/8 hp two-seater, designed for customers who place great importance on dependability, becomes known as the “Doktorwagen” (Doctor’s Car).
  • 1924: investing one million gold marks, Opel completely modernizes its automobile production. The Rüsselsheim plant is the first German manufacturer to introduce the high-volume production methods of the future, including assembly-line processes. The first car to roll out of the updated plant: the legendary 4/12 hp model, best known as the “Laubfrosch” (Tree Frog), in reference to its green body paint and protruding headlamps.
  • 1935: Opel unveils the Olympia, Germany’s first mass-produced car with an all-steel integral body and frame. Advantages: low weight, greater passive safety and improved aerodynamics. At the same time, a new manufacturing process developed and patented by the engineers in Rüsselsheim is introduced: The so-called “wedding” that unites the prefabricated body shell with the chassis and mechanical assemblies.
  • 1937: the company focuses on automobile manufacture, selling its bicycle production after building 2.6 million bicycles.
  • 1940: the one-millionth automobile, a Kapitän
  • In October, a directive from the Nazi regime brings passenger-car production to a standstill. In addition to truck models, military equipment such as landing gear for aircraft etc. are produced.
  • 1950: car production begins again in full force.
  • 1956: a newly constructed Press and Body Plant (K40) is opened, making it the largest industrial building in Germany at the time.
  • 1971: the ten-millionth Opel, a Rekord C Caravan, rolls off the assembly line.
  • 1981: a new paint shop is opened, in which Opel becomes the first automobile company to use environmentally friendly water-based paint. Robots, modular techniques and the introduction of team work points the way to the future.
  • 1989: the 25th-million Opel, an Omega A, rolls off the production line.
  • 1999: Opel celebrates 100 years of automobile production. The 50th million Opel, an Omega, is built.
  • 2002: in a newly constructed plant, which is considered one of the most modern plants in the world, the Opel Vectra and Signum models are assembled.
  • 2008: production begins for the new hatchback and sedan models of the Insignia, which was developed at the International Technical Development Center in Rüsselsheim.
  • 2009: the Insignia Sports Tourer and the Insignia OPC models complete the portfolio.
  • 2010: the 16 millionth vehicle rolls off the assembly line.
  • 2010: production of the Buick Regal, based on the Insignia, built for the North American 2011 market.
  • August 2011: production of Astra 5-Door begins in addition to the Insignia.
  • 2011: Opel Insignia receives the DEKRA-Award.
  • 2012: the 500,000th Insignia roll off the production line.
  • 2012: Opel Insignia is awarded by the GTÜ Gebrauchtwagen-Report
  • 2013: start of production of new generation Insignia
  • 2017: start of production of all-new, second-generation Insignia


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